Dienstag, 19. April 2011

DER AAL BRAUCHT EIN AALHAUS

     AAL FATAL IST ECHT VERZWEIFELT!   

Der Aal ist verzweifelt. Lange Zeit konnte er ungestört in seiner WG im schönen Elbefluss sein Leben genießen. Sein Mitbewohner war ein leicht verstörter Clownfisch, der in jungen Jahren durch einenAnimationsfilm  zu Weltruhm gelangte, nur um dann aus der Traumfabrik in die kalte Realität  hinausgetreten zu werden und letztendlich in den rauhen Gassen St. Paulis zu landen. Im großen und ganzen hatten die beiden aber zusammen eine schöne Zeit. 
Dann kam die Kündigung. 
Ihr Vermieter, ein dreckiger Miethai (ja, der war dreckig, trotz dauerhaftem Aufenthalt im Wasser) warf sie aus ihrer Wohnung in der Algenallee 24 mit der schäbigen Begründung, dass ihr Viertel saniert würde. Die ganze Schose soll vertieft werden damit dort riesige, korallenverzierte Edelbehausungen für Gold- und Silberfische entstehen können.
Das war erst mal ein Schlag ins Kontor. Sowas muss so ein Aal erst mal verkraften können. 
Der Clownfisch machte seinem Namen leider überhaupt keine Ehre sondern ertränkte seinen Kummer in unzähligen Litern Algenschnaps und letztendlich kehrte er dieser ungastlichen Stadt den fischigen Rücken und zog weiter in wärmere Gefilde. 
Tja, der erste Gedanke des Aals war ein Anruf beim Tiegervogel. Der hätte ihn auch gerne aufgenommen, aber der Aal kann ja weder fliegen noch sonderlich gut klettern, wie soll er da in ein Vogelhaus kommen?

Der Aal kauft das Empire Riverside Hotel, also fast...

Also kroch er an Land um sich mal ein bisschen in der Gegend umzuschauen und eine passende neue Behausung zu suchen. 
Das erste was ihm ins Auge stach, war ein verhältnismäßig hässliches und hohes Gebäude, welches stilistisch überhaupt nicht in die Umgebung von St. Pauli passte, weil es einfach vollkommen steril und seelenlos daherkam. Es besaß riesige Fenster hinter denen eher freudlos aussehende Menschen sehnsüchtig auf das pralle Leben hinter dem Glas blickten, aber offensichtlich trauten sie sich nicht so richtig in eben dieses Leben einzutauchen oder wähnten sich doch zu erhaben für die nicht immer sauberen Straßen rund um die Reeperbahn. 
Aber naja, der Aal ging davon aus, dass so ein abstoßendes Objekt günstig zu haben sein sollte und zumindest gab es viele Zimmer, was der dekadente Aal an sich nicht schlecht findet. 
Also sah er sich den Kasten mal etwas genauer an. Wie er feststellte, hatte das Teil sogar nen Namen:Empire Riverside Hotel stand draußen dran. 
Hm, ein Hotel wollte der Aal eigentlich nicht kaufen und schon gar nicht so ein scheußliches, aber da sein großes Idol Udo Lindenberg auch in einem wohnt, wollte er dem Ding doch zumindest eine kleine Chance geben. 
Die Verhandlungen mit dem Eigentümer scheiterten allerdings, da dieser einen relativ utopischen Preis für das Machwerk verlangte. Um ehrlich zu sein dachte der Aal eigentlich die ganze Zeit, dass der Typ Witze machen würde, aber scheinbar waren die Preisforderungen ernst gemeint. 
Aal Fatal musste also leider dankend ablehnen, wollte aber die Gunst der Anwesenheit nutzen und im oben befindlichen 20up noch 1-2 Gläser Algenschnaps zu sich nehmen.  Da er jedoch wie so oft seinen schwarzen Kapuzenpullover trug, wurde ihm der Zutritt verwehrt. 

Der Aal sinnt auf Rache am 20up

Aber der Aal vergisst nicht. Der Aal hat das Gedächtnis eines Elefanten, wenn nicht sogar von zweien. 
Und dem 20up steht jetzt erst mal eine Klage ins Haus. Die werben nämlich tatsächlich auf der oben zu klickenden Seite damit, dass sie eine Lifestyle-Bar mit Vogelperspektive wären. Und ganz ehrlich, die Vogelperspektive hat in dieser Stadt nur einer, und das ist ja wohl ganz klar und vollkommen logisch der Tiegervogel. Insofern musste der Aal dem Vogel diese kleine Information über den Missbrauch seiner Perspektive zukommen lassen und unser gefiederter Freund hat schon die besten Anwälte des Tierreichs klargemacht um die Edelspelunke mal in ihre Grenzen zu verweisen. 
So scheiterte jedenfalls der erste Versuch des Aals ein neues Haus für sich zu finden, aber so schnell gibt ein Aal ja nicht auf. So einer lässt sich nicht mal eben so unterkriegen.

Insofern: Bleibt dran, wenn es bald wieder heisst: Der Aal braucht ein Aalhaus

Montag, 18. April 2011

TIEGERVOGEL UND AAL FATAL ACKERN WIE DIE TIERE

           TIEGERVOGEL + AAL FATAL  UNTER PALMEN             

So, ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter Tigervogel und Aal Fatal. Gleich zwei Touren haben unsere fleißigen Vertreter der nicht-humanoiden Bewohner von Mutter Erde den Menschen dargebracht. 
Freitag gab's eine kleine Spezialführung für Freunde des Aals aus dem gar nicht mal so weit entfernten Hannover. 
Da Vogel und Aal verhältnismäßig flexibel sind, wurde die Tour hier und da improvisiert , speziell der Aufenthalt in der Hans Albers Klause um einiges verlängert und dort der eine oder andere leckere Grog die Kehlen hinunter geschickt. Außerdem traf die Runde auf ein paar jüngere Vertreter der Menschheit, die dem dynamischen Duo ihre Käpt'n Blaubär-Hefte voll Stolz präsentierten und dafür spontan mit einem Pippi Langstrumpf Song bedacht wurden. 

Pressevorführung der Kiez-Geh-Rock-Revue, da lachte sogar die Sonne

Am Samstag stand dann die erste Pressevorführung der Kiez-Geh-Rock-Revue auf dem Tagesplan. 
Und erfreulicherweise hatte sich mit dem Hamburger Abendblatt auch gleich eine von Hamburgs bekanntesten Zeitungen angekündigt. 
Zusammen mit einer illustren Runde weiterer Tourbesucher zogen Tiegervogel und Aal Fatal sowie die Pressevertreter also bei schönstem Sonnenschein vom Hein-Köllisch-Platz aus um die Häuser und durch die Straßen von St. Pauli. 
Dabei war die Stimmung allseits bestens, wurde allerdings hier und da getrübt, durch das nicht ganz so glückliche Spiel des FC Sankt Pauli gegen den 1. FC Nürnberg, welches leider und zum Entsetzen fast aller ziemlich hoch verloren wurde.

Iren und Briten – alle wollen nur eins: singen und besungen werden

Vogel und Aal taten ihr bestes um die Stimmung wieder etwas zu heben und schmetterten aus vollem Herzen den Klassiker „You'll never walk alone“. Dies wiederum lockte einige betrunkene Iren in den Ort des lautstarken Gesangs, die Hans-Albers-Klause. 
Diese, offenbar Anhänger von Manchester United, im Alltag auch "Manu" genannt, wähnten unsere beiden Stadtführer erst als Fans des verhassten Kontrahenten FC Liverpool.
Der Grund dafür sei hier kurz genannt: „You'll never walk alone“ ist bereits seit langem sozusagen die Hymne der Liverpooler und seit der Katastrophe von Hillsborough 1989 sind die Worte sogar im Wappen des Vereins enthalten. 
Jedenfalls konnte der Aal die irischen Gäste zum Glück schnell aufklären, dass der Song auch beim berühmten Hamburger Piraten-Verein zum festen Bestandteil gehört, was sie wieder freundlicher stimmte. 
Leider hat Manu das Spiel trotzdem verloren, das sei noch erwähnt. 
Die betrunkenen Iren jedenfalls wünschten sich noch ein Stück heimischer Musik und so zupfte der Aal „Sunday Bloody Sunday“ von U2 welches ein Ire gesanglich relativ textsicher begleitete. 
Dann musste unsere Gruppe schnell die Klause verlassen, nur um vor der Tür einem betrunkenen Briten in die Hände zu fallen, welcher, glaubt es oder nicht, ebenfalls bespielt werden wollte. 
Speziell wollte er den Tiegervogel zum Spiel der Gitarre nötigen und bot sogar Geld. 
Unterm Strich erbarmten die Präsentatoren von Hamburgs „Stadtführung mit Musik“ sich des Insulaners und er bekam ebenfalls etwas heimatliches in Form der Beatles zu hören, worüber er sich sehr freute. 
Abgesehen von dieser kleinen Sondereinlage, verlief die weitere Tour dann entspannt und fröhlich wie es sein soll, vor der Davidwache wurde niemand verhaftet oder fiel „aus Versehen“ die Treppe herunter, bei Turbonegro wurde lauthals mitgesungen und nach knapp 2 Stunden entspannter Kiezführung endeten Vogel, Aal, Presse und die restlichen Besucher beim Star Club, wo die Gäste letztendlich mit der hier zu hörenden original Kiez-Geh-Rock-Revue-Hymne verabschiedet wurden.

Samstag, 16. April 2011

TIEGERVOGEL GEHT AN LAND

   Was haben wir denn da: EIN ILLEGALER EINWANDERER? 
Erster Teil:

Hamburg hat 'nen Hafen. Und in dem Hafen legen Schiffe an, die kommen aus aller Welt. 
Manchmal können die Hamburger sehen, wie draußen im Freihafen, gegenüber von den Landungsbrücken, große Kisten von den Schiffen abgeladen werden, hin und wieder auch ganze Container. Manchmal sind's allerdings auch nur kleine Kisten. Und in diesen Kisten befinden sich die verschiedensten Dinge: Bananen oder Rum aus der Karibik, Gewürze aus Sansibar, elektronische Geräte aus Shanghai, Musikinstrumente aus Afrika oder manchmal auch blinde Passagiere. Ja genau. Das ist natürlich illegal, doch was soll man tun, wenn man nicht genug Geld hat?

Tiegervogel schleicht durch St.Pauli

Naja, wie dem auch sei, vor noch gar nicht allzulanger Zeit jedenfalls, beobachteten einige ungläubig dreinblickende Einwohner von St. Pauli, wie sich von einem der Schiffe ein seltsames Wesen schlich, das sich just aus einer mittelgroßen Kiste befreit hatte.
Eigentlich eher einem großen Vogel ähnelnd, war es doch über und über mit Tigerstreifen bedeckt. Pardon, ich meine natürlich Tiegerstreifen. Ja, das muss wirklich so geschrieben werden, es waren ja keine Tigerstreifen sondern eben Tiegerstreifen, Herr Lehrer. 
Weiter im Text: Woher dieses Tier genau kam, konnte keiner wirklich sagen. 
Fakt war jedenfalls, dass es ein wenig allein und hilflos dastand und sich im ersten Moment nicht so sicher zu sein schien, was es jetzt von dieser seltsamen Ecke halten sollte, in der es gelandet war. 
Ein kleiner, aber ziemlich berüchtigter Hamburger Aal beobachtete ebenfalls von seiner Elb-Veranda aus das Geschehen und irgendwie tat ihm der getiegerte Vogel etwas leid. 
Er schaute sich um, ob keiner der gefährlichen Hamburger Angler in der Nähe war und schlich sich an Land. 
Vorsichtig musterte er den Tiegervogel noch mal genauer bevor er sich dann doch im Schutz der Häuserwände und Schatten heranpirschte. 

Bekommt Aale Dieter vom Fischmarkt Aal Fatal in die Finger?

"Hallo, wer bist'n Du?" platze es aus ihm leider etwas zu laut heraus. Fast hätte ihn einer der Aal-Händlervom Fischmarkt bemerkt und das wäre gar nicht gut für ihn ausgegangen. Alle, die schon einmal Sonntag früh auf dem Fischmarkt in St. Pauli waren, wissen was passiert, wenn man als Aal dem berüchtigten Aale Dieter in die Hände fällt......Ja, genau! Und der macht sogar manchmal auch noch einen Knoten rein!
Trotz des kleinen Schreckens, den der Aal ihm eingejagt hatte, freute sich der Vogel  über die Gesellschaft und antwortete: "Ich bin der Tiegervogel. Ich bin gerade mit dem Schiff hier angekommen, aber ich weiß gar nicht was ich jetzt tun soll. Das ist eine so große Stadt und was sind das für bunte Lichter hier überall? Und wer bist Du denn überhaupt? Du siehst fast aus wie 'ne Schlange."


Fortsetzung folgt..........
 

Montag, 11. April 2011

WANTED: TIEGERVOGEL

     Auf der Flucht: TIEGERVOGEL UND EIN KOMPLIEZE     

Tiegervogel flieht aus St. Pauli

Wie in einem der letzten Blogs schon erwähnt wurde, war der Aal im Konzert, und zwar ohne den Tiegervogel. Der Tiegervogel war verreist. Etwas präziser formuliert: er befand sich auf der Flucht. Um noch etwas mehr ins Detail zu gehen: Er wurde verfolgt, und zwar von der Kompressor - Polizei. 
Ja exakt, ihr habt richtig gelesen. Die haben schon länger ein Auge auf den Vogel geworfen, da er schon zum wiederholten Male auffällig wurde, und das nicht nur im Homerecording - Bereich. Auch weit über die Grenzen St. Pauli`s hinaus hatte die eigens für solche Fälle gebildete Mixdown - Sonderabteilung den Tiegervogel von der Reeperbahn schon länger auf dem Zettel. 
Die Liste der Delikte ist lang und beschränkt sich nicht nur auf Verstöße im Regelverstärkerbereich: auch unaufhörlicher und übermäßiger Gebrauch von Echo - Schleifen und hemmungsloses Übereinanderlegen derselben bis zur völligen Unkenntlichkeit des Ursprungsmaterials wird ihm vorgeworfen, um nur einen der wichtigsten Anklagepunkte zu nennen. Ebenso zählt das Downloaden von sinnlosen Plug - Ins und deren endlose Verkettung auf einzelnen Aufnahmespuren bis zum kollabieren des Sequenzerprogramms zu den nicht unbegründeten Verdachtsmomenten. 

Auf nach Celle

Naja, wie dem auch sei, der Vogel hat in einer Nacht-und-Nebelaktion einen Großteil seines geheimen Musikstudios in einen Möbeltransporter verladen und sich auf verschlungenen Pfaden bis nach Celledurchgeschlagen, zur berüchtigten und ebenfalls mächtigen Viper. Es gelang ihm schon kurz hinter der Stadtgrenze Hamburgs, die Computerpolizei abzuhängen und so inkognito die königliche Residenzstadt zu erreichen. 
Die Viper ist ein Undergound-Verbündeter des Tiegervogels, und verfügt über enormes musikalisches Potential und Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht. "Und das", so O-Ton Vogel, " ist etwas, was die Welt definitiv braucht! Das muß nicht Underground bleiben." 
Und so wurde das Vogelstudio in Vipers Besenkammer installiert, damit die Allgemeinheit an Vipers Kreativität teilhaben kann. Da wurden 2 Tage und Nächte lang Programme und Treiber installiert, Drumbeats programmiert und eine Soundkabine gezimmert, damit die Viper endlich alle ihre Songs in akzeptabler Qualität festhalten und in Zukunft auch noch selbst produzieren kann. 
Dann jedoch wurde die Lage brenzlig: besagte Sonderabteilung Mixdown hatte in Begleitung der Kompressor-Polizei die Spur des Tiegervogels wiederaufgenommen und war im Begriff, die Burg der Viper zu stürmen. Der Tiegervogel, der über gute überregionale Kontakte verfügt, war vorbereitet und behende schwang er sich, sein Lieblingsinstrument auf den Rücken geschnallt, aus der Dachluke im vierten Stock, erklomm den Giebel, um sich dann einen Block weiter die Regenrinne hinunterzuhangeln, wo er sein Tiegermobil geparkt hatte. 
Diesem Umstand zur Folge gibt es leider nur eine kleine Recording-Kostprobe von Viper und Vogel, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Es handelt sich hierbei um eine Art Soundcheck, eine Testaufnahme, um sich vom Zustand des Equipments und dessen Einstellungen ein Bild machen zu können. Mal eben so dahingerotzt ohne Ambitionen quasi. Und dennoch läßt sich in diesem Sound-Fragment das Potential des Duo`s Viper und Vogel erahnen. Wie haben für Euch exklusiv den Link zum Geheim-Underground-Konto der Celle/St.Pauli Connection, falls ihr mal reinhören wollt. 

Das ist Rock´n`Roll:   http://www.myspace.com/viperundvogel

Samstag, 9. April 2011

SKANDAL: AAL UND VOGEL WERDEN PLAGIIERT

ACHTUNG: DIESES BILD WURDE DURCH COPY + PASTE ERSTELLT


Soso, der Herr von und zu Guttenberg hat also abgeschrieben, gewissermaßen. 
Als Tiegervogel und Aal Fatal diese unschöne Information der Presse entnahmen, waren sie doch reichlich geschockt, hielten sie diesen jungen, gutaussehenden und charmanten Politiker doch für den Hoffnungsträger kommender Zeiten und sogar AC/DC hört er gerne.
Angesichts der Meldungen in der Presse und Dank der Verfügbarkeit seiner Arbeit im Netz, haben aber auch unsere beiden Freunde sich ein mal hingesetzt und ein bisschen nachgelesen. 
Und was sollen wir sagen: UNGLAUBLICH! EIN SKANDAL! EINE BODENLOSE FRECHHEIT!
Auch bei Tiegervogel und Aal Fatal hat er abgeschrieben, der blaublütige Halunke. 
Sie glauben es nicht, verehrte Leserinnen und Leser?
Nun, wir werden es beweisen. 
So schrieb der Vogel 1985 in seiner wissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Vögel in der Wirtschaft, wer hoch fliegt kann tief fallen“ auf den Seiten 204 – 209 u.a. über die unnötige und künstlich herbeigeführte Preiserhöhung im Bereich der Tiernahrung, speziell Vogelfutter.
Unser geschätzter Verteidigungsminister nun, hat diesen Ausschnitt ohne jegliche Abänderung oder wissenschaftlich korrekte Zitierung einfach übernommen. 
Der Vogel schäumt verständlicherweise vor Wut, hat er doch an dieser Arbeit viele Monate gesessen und die eine oder andere Feder vor lauter Stress verloren. 
Aber es geht noch weiter: 
1991 veröffentlichte der Aal sein Buch „Fischfang – Der Untergang der modernen Gesellschaft“ und erklärte dort u.a., warum Börsenguru Kostolany mit seiner durch Walfanggelder geschmierten Meinung irrt, dass auf Walfang nun auch Aalfang folgen muss und es sowohl Dow Jones, als auch Dax oder Nikkei-Index guttun würde, wenn dort mehr Unternehmen aus der Fischereibranche notiert wären. 
Man soll es eigentlich kaum für möglich halten, aber das Mitglied einer angeblich christlichen Partei hat die kompletten Seiten 45 – 58 kopiert und zum Teil seiner Doktorarbeit gemacht.  
Nach anfänglichen Überlegungen inwieweit wir Karl Theodor nun verklagen wollen, entschlossen wir uns dazu dem Prinzip der Nächstenliebe zu folgen und zu vergeben. 
Zumal der Arme ja sowieso schon genug gebeutelt ist, immerhin jagt ein Skandal den nächsten und es wird der Verdacht geweckt, dass ihn jemand aus dem Weg haben möchte. 
Nicht dass uns das stören würde, aber sicherlich gäbe es bei manch anderem Politiker Schlimmeres zu enthüllen, wenn man denn wollte und das nicht nur in seiner Partei. 
So oder so hegen wir allerdings für die CSU und somit auch für ihre Schwesterpartei namens CDU nicht wirklich viel Sympathie, immerhin hat diese Partei in Hamburg die letzten Jahre viel Unheil angerichtet, wenn es um Fragen wie Soziales, Bildung oder Kultur geht. Und da diese Bereiche sowohl den Vogel als auch den Aal sehr interessieren bzw. ihnen eine entsprechende Förderung selbiger am Herzen liegt, konnten sie der scheidenden Regierung in Hamburg auch keine Träne nachweinen. 
Was immer auf uns zukommen mag, wir bleiben in jedem Falle optimistisch und schauen hoffnungsvoll in die Zukunft, alles wird gut!
Zumal der Aal gerade wohnungstechnisch wie so viele in Bedrängnis ist und sozusagen nach einem neuen Aal-Haus (haha) sucht, darüber und über seine gescheiterten ersten Versuche berichten wir aber nächstes mal. 
Bis dahin ein fröhliches Ahoi aus St. Pauli von Eurer Kiez-Geh-Rock-Revue, der Stadtführung mit Musik rund um die Reeperbahn.

Donnerstag, 7. April 2011

REMEMBER: "DER BLONDE HANS"

VOGEL & AAL AM HANS ALBERS PLATZ

Es ist ein wunderschöner, sonniger Morgen. Aale räkeln sich in kleinen Pfützen, Tiegervögel sitzen in dichten Rhododendronbüschen und singen fröhliche Lieder. Wasservögel tummeln sich auf Seen und Bächen und Bäume wiegen sich im Wind. Hier auf dem Ohlsdorfer Friedhof, dem größten Parkfriedhof der Welt, mitten in Hamburg gelegen, scheint die Welt noch rund zu sein: doch der Schein trügt. 
In der folgenden Nacht des Jahres 1986, am 17. August um genau zu sein, wird diese Idylle nämlich jäh gestört: mehrere vermummte Subjekte dringen unautorisiert in das ca. 400 Hektar große Areal ein und machen sich in Planquadrat Y 23 an einem prominenten Grab zu schaffen. Es handelt sich um das Grab Nr. 245 - 254. Sie entfernen die schwarze Marmorplatte und schleifen sie durch den Park. Dabei hinterlassen sie deutliche Spuren. Unter Stöhnen und Schnaufen hieven sie die Platte über die Friedhofsmauer, um sie dann auf die Ladefläche eines Kleinlasters zu wuchten.

Die Bekennergruppe Hans Albers: sind Tiegervogel und Aal Fatal mit von der Partie?

Am folgenden Tag klingelt das Telefon in Deutschlands berümtester Polizeiwache, dem Polizeikommissariat 15 am Spielbudenplatz, besser bekannt als die Davidwache. Jan Fedder persönlich nimmt diesen Anruf entgegen, als sich ein Unbekannter mit verstellter Stimme meldet: " Achtung, Achtung, hier spricht die Bekennergruppe Hans Albers. Um auf den verwahrlosten Zustand des Hans Albers Platzes aufmerksam zu machen, haben wir den Grabstein vom blonden Hans ausgegraben und dorthin gebracht!" 
Und tatsächlich: als die Kollegen Matthies und Krüger den Ort des Geschehens betreten, lehnt eine schwere Marmorplatte am Eingang des ehemaligen Luftschutzbunkers im Herzen von St. Pauli. Die beiden rufen die echte Polizei, welche die Platte schließlich sicherstellt. 
Wer hinter diesem gemeinem Attentat steckt, ist bis zum heutigen Tage nicht eindeutig geklärt: händelt es sich um gewaltbereite Anhänger der Hans Albers-Bewegung aus dem Gängeviertel? Oder vielleicht Tigervogel & Aal Fatal um auf ihre Kiez Tour mit Musik aufmerksam zu machen? Oder waren es Jörg Immendorf und seine Mannen, dem bekannten Künstler, der zu dieser Zeit Inhaber des La Paloma ist? 
Nun, man weiß es nicht. Letzteres wäre aber nicht unwahrscheinlich, denn schließlich hat Immendorf die Bronzestatue unter der Auflage der Stadt Hamburg übergeben, daß der Hans Albers Platz neugestaltet würde. Das war im Jahre 1986 gewesen. Und es war nichts geschehen. Bis Immendorf dann 1997 schließlich die Faxen dicke hat und  die Skulptur abbauen läßt, um sie in sein Düsseldorfer Atelier zu schaffen. Und in Düsseldorf steht sie bis heute, die original Hans Albers Statue von Immendorf: mittlerweile im "Medienhafen" im Stadtteil Bilk, Kaistraße 16. 
Und das, was wir heute auf dem Hans Albers Platz bewundern können, das ist ein Abguss des Originals, den die Stadt Hamburg 1999 bei Immendorf in Auftrag gegeben hat. Denn das Original wollte er nicht mehr rausrücken, da blieb er eisern. 

Vogel und Aal bereiten sich auf die Kiez Geh Rock Revue vor

Doch diese Geschehnisse beeindrucken die meisten Tiere auf dem Ohlsdorfer Friedhof wenig. Dort nehmen die Dinge ihren Lauf: die Eichhörnchen sind mal wieder auf der Suche nach ihren Nahrungsdepots, von denen sie nur ca. 40% wiederfinden, und auch der Vogel und der Aal können sich nicht mehr genau erinnern, wo sie ihren Algenschnaps zuletzt vergraben haben. Der Tag neigt sich jedoch dem Ende zu und so schnappen sie sich ihre Gitarren und machen sich fertig für die nächste Kiez Geh Rock Revue.
Und Hans Albers, dessen letzte Ruhestätte ist weiterhin Ohlsdorf. Gestorben ist allerdings er am Starnberger See, am 24.07.1960. Doch er wollte auf jeden Fall nach Hamburg zurück, denn: "Heimat ist da wo man stirbt", hat der blonde Hans gesagt, "nicht da wo man lebt. Bayern ist ein wunderschönes Land, aber ich möchte nicht als ein kleiner Otto in Tutzing auf dem Friedhof liegen. Und wenn ich mal dran bin, dann soll es in Hamburg sein!“

Montag, 4. April 2011

Aal in Concert

Ja... der Aal war kürzlich live in concert, hat die Luft der großen Bühnen geschnuppert und die begeisterten Massen erlebt. Allerdings stand er nicht auf, sondern wie die anderen vor der dem Ort des Geschehens und hat sich zutiefst an dem wunderbaren Konzert von Christiane Rösinger im Übel & Gefährlich erfreut. Das Ü&G, das sei unseren nicht-hanseatischen Leserinnen und Lesern gesagt, ist ein geschmackvoller Indie-Club in den oberen Etangen eines alten Bunkers, nahe dem Heiligengeistfeld in Hamburg, wo auch immer der berühmte Dom stattfindet. 
Aprospros Dom: Der Aal ist ein großer Fan der dortigen Imbissbuden, da er nach dem Verzehr eines Fischbrötchens vor vielen Jahren zu der Überzeugung kam, dass dort unmöglich echter Fisch drin gewesen sein kann, wenn man vom Geschmack des dort verkauften Produktes ausgeht.
Aber zurück zum Thema: Der Aal war also im Konzert, ohne den Tiegervogel, denn der war zur Zeit verreist um in fernen Gefilden neue Klangwelten auszukundschaften, zusammen mit der mächtigen Viper, über die wir hier aber wenig verraten können – die Viper ist sozusagen ein Underground-Verbündeter und muss auch Underground bleiben. 
So war der kleine Aal also allein im großen Ballsaal des Übel & Gefährlich und harrte auf das Erscheinen von Frau Rösinger. 
Um die Zeit des Wartens zu verkürzen, bestellte er sich bei dem freundlichen Tresenpersonal (das ist nicht ironisch gemeint, die waren wirklich sehr nett) den einen oder anderen Algenschnaps und kam auf diese Art und Weise auch gleich etwas mehr in Rock 'n' Roll-Stimmung. 
Künstlich irgendeine Stimmung heraufzubeschwören war aber an sich für den Aal nicht wirklich nötig, denn Frau Rösinger hatte durch ihr früheres Mitwirken bei den fantastischen „Lassie Singers“ ohnehin schon seinen größten Respekt und auch ihrer aktuellen Band „Britta“ huldigt der Langfisch von ganzem Herzen. 
Dazu kam noch, dass besagte Frau Rösinger eben auch ein hervorragendes Soloalbum vor gar nicht allzu langer Zeit aufgenommen hatte, so dass es keinen Grund gab irgendetwas Schlechtes zu erwarten. 
Nach also von Algenschnaps geprägter Wartezeit, erschien dann die von allen herbeigesehnte Dame endlich auf den Bühnenbrettern, unterstützt von zwei Herren an Piano und Schlagzeug und einer Dame an der elektrischen Gitarre (allesamt sonst Mitglieder fähiger Musikgruppen) und diese wirkten auch singenderweise hier und da mit. 
Was dann folgte war ein reiner Triumphzug. Eine gekonnt ausgewählte Mischung aus Liedern des aktuellen Albums, sowie diversen Klassikern der „Lassie Singers“ (erwähnt sei hier besonders die „Pärchenlüge“) und auch einigen „Britta“-Songs sorgte bei den Anwesenden für durchweg positive Gefühle (obwohl die Texte der Frau Rösinger gar nicht immer so fröhlich und optimistisch erscheinen).
Glücklicherweise war die „Show“ eben eigentlich keine in dem Sinne, sondern der Auftritt wirkte echt, Frau R. hat im Gegensatz zu den Plastik-Pop-Vertreterrinnen von heute Ausstrahlung und Seele und auch eine kleine Unsicherheit in Sachen Text wirkte nicht unprofessionell sondern charmant. 
Der Aal musste speziell bei den „Lassie Singers“-Stücken immer aufpassen, dass er nicht vor Freude durchweg weint und nur noch verschwommen sieht und auch das restliche Set und die Art der Darbietung erfüllten ihn mit einer tiefen Freude und Dankbarkeit, dass er diesen schönen Moment miterlebt haben durfte. 
So schlängelte er sich dann nach einem wunderbaren Konzert und zwei Zugaben zufrieden den Bunker hinab gen Elbe, wo er sich noch tagelang an dem Erlebten erfreute.